Ein schöner Abschluss

Sehr gespannt machte ich mich auf den Weg zur Distel Lit Lounge, die erst im April 2014 eröffnet hatte und ein Geheimtipp in Heilbronn ist. Dank Simone vom Alumni Office durften wir vom Alumni-Verein dort unser Jahresabschluss-Event verbringen. Der erste Eindruck war super: bei leckeren Häppchen und selbstgemachtem Quitten-Sekt-Aperitif trudelten über 40 Mitglieder nach und nach ein und zeigten sich – wie ich auch – von der Location beeindruckt.

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Nach der leckeren Vorspeise folgte dann der Höhepunkt des Abends: das Rüdiger Hein Trio unterhielt uns mit einer spannenden und interessanten Mischung aus Lyrik, Poesie und dazu passender Jazz-Musik. Ein Mitglied sagte zu mir direkt im Anschluss an die einstündige Performance: „Das hat perfekt zu den aktuellen Erlebnissen gepasst, die ich in meinem Leben gerade durchmache – einfach super!“ Nach der fantastischen Hauptspeise (egal ob vegetarisch oder nicht) und dem leckeren winterlichen Dessert krönte Kim Le unseren Abend mit zwei stimmungsvollen Liedern und Begleitung am Klavier.

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Bei entspannten und lustigen Gesprächen ging die Zeit wie im Flug vorbei und um 3.30 Uhr ging auch der harte Kern entweder nach Hause oder weiter in die dunkle Nacht Heilbronns. Es war ein toller Abend mit vielen guten Gesprächen und so viel positiver Rückmeldung – doch so eine schöne Veranstaltung ist nur möglich, wenn die Organisation perfekt ist (danke Simone!), viele Gäste kommen und die Stimmung super ist – danke an euch alle für diesen schönen Abend!

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Business Yoga an der GGS: Schnaufen mit den Kollegen

Nun also doch. Bislang hatte ich mich erfolgreich dem Mach-Yoga-und-du-bist-entspannt-schön-und-fit-Trend verweigert. Da kam das Angebot für uns GGS-Mitarbeiter zu einer Business-Yoga-Stunde. Vor meinem geistigen Auge sah ich mich schon mit meinen Kollegen keuchend über den Boden kriechen und mit verrenkten Gliedmaßen Figuren wie die Heuschrecke oder Kobra praktizieren – trotzdem: Die Neugier siegte, ich meldete mich an.

Statt mir in der Mensa wie gewohnt den Bauch vollzuschlagen, sitze ich also eines Mittags mit 18 (fast ausschließlich weiblichen!) Kollegen in einem unsere Vorlesungsräume in einem Stuhlkreis. Unser Yoga-Lehrer ist auf den ersten Blick sofort als solcher zu erkennen. Mit seinem Turban, der hellen Leinenkleidung und dem grauen Rauschebart sieht man Martin Mulfinger sein Diplom in Kundalini-Yoga an. Dabei spricht er – sehr sympathisch – mit hiesigem Dialekt.

„Kundalini Yoga ist die älteste Form des Yoga“, erklärt er. Der Atem spielt dabei eine zentrale Rolle. Und das tun wir in den nächsten 45 Minuten: atmen, atmen, atmen. Mal tief und langsam, mal tief und schnell und zwar immer durch die Nase. „Das Bäuchlein muss sich wölben“, klingt die Stimme Mulfingers durch den Raum. Meine Augen sind auf seine Anweisung hin geschlossen. Konzentration. Ich krame meine Atemkenntnisse aus der Musikschule wieder heraus und leite die Luft in den Bauch, der sich aufbläht wie ein Luftballon.

Business-Yoga

Martin Mulfinger (l.) unterrichtete GGS-Mitarbeiter in Kundalini-Yoga.

Bei der Feueratmung, einem kräftigen, schnellen Stoßatmen, schnaufe ich wie eine Dampflok. Aber auch meine Kollegen höre ich wie wütende Stiere durch die Nase schnauben. Wieder (oder noch immer?) haben wir die Augen zu. Die meiste Zeit sitzen wir, über den Bodenroppen ist beim Business Yoga wohl nicht üblich. Die Sorge war also unbegründet. Später folgen Übungen im Stehen, wir schwenken die Arme, spreizen die Finger und atmen immer wieder tief ein und aus. So langsam merke ich, wie mir die Puste ausgeht. Gut und richtig atmen ist anstrengender als gedacht.

Letztlich ist es beim Yoga wie bei allem Neuen: Man muss offen sein und sich drauf einlassen. Am Ende stellt sich die Stunde als das heraus, was sie sein sollte: als entspannt und vor allem entspannend. Spaß hat es außerdem gemacht. Ich fühle mich gut. Dass ich trotzdem keine leidenschaftliche „Yogistin“ mehr werde, steht auf einem anderen Blatt, das keinen interessiert. Ich bin auf jeden Fall froh, dass wir die Chance zum Yoga hatten. Und dass ich dem Yoga eine Chance gegeben habe. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein.

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Die Champions League der Events!!!! GGS Alumni beim FC Bayern

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Samstag 5:30 Uhr morgens und mein Wecker klingelt – das ist eigentlich kein gutes Zeichen! Für die Uhrzeit komplett untypisch bin ich enthusiastisch aufgestanden und hab mich auf den Weg zur GGS gemacht, denn heute war es soweit! Das Alumni … Weiterlesen

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Kommentar zur BeLL Studie

Vor wenigen Tagen ist sie erschienen: Die Studie eines großen Projektverbundes, darunter des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE), die die „Benefits of Lifelong Learning“ (BeLL) untersucht hat.

Diese stellt eine ausgezeichnete Anknüpfung zu unserer im GGS Quarterly 4/2013 vorgestellten Studie „ROI hoch 3“ dar, in der wir die Ergebnisse aus den MBA Master’s Thesis von Steffen Pietsch und Birgit Finke dargestellt haben. Beide untersuchten, Steffen bei IT Consulting Services, Birgit im Hotel- und Gastgewebe, inwiefern Unternehmen davon profitieren, wenn sie ihren Mitarbeitern Weiterbildung zukommen lassen.

Während mancher gestriger Geschäftsführer bei dieser Frage müde lächelt und meint, die Antwort schon zu kennen („Mehr Wissen, im Idealfall, sonst nur Kosten und der Betriebsrat ist für eine Weile wieder ruhig“), fanden wir teilweise überraschende Resultate. Einerseits erhöht Weiterbildung selbstverständlich das Humankapital im Unternehmen durch den damit verbundenen Wissenszuwachs. Allerdings erhöht es auch die Mitarbeiterbindung: Indem Mitarbeiter sich vom Unternehmen durch das Weiterbildungsangebot in ihrer Arbeit unterstützt fühlen, erhöht sich deren Bereitschaft, langfristig beim Unternehmen zu bleiben. Zusätzlich fanden wir einen Effekt auf Arbeitgeberattraktivität: Sogar hierauf wirkt Weiterbildung deutlich positiv, wenn sie klar im Stellenangebot kommuniziert wird.

Die BeLL Studie betrachtet Weiterbildung (im weitesten Sinne) von einer anderen Perspektive, indem sie die Teilnehmer  von Weiterbildungsangeboten zu ihren wahrgenommenen Benefits daraus befragt. Die untersuchten Angebote („liberal adult education“) umfasste dabei alle frei zugänglichen, nebenberuflichen Bildungsangebote von Sprachen über Kunst, Universitäten, Colleges, Sport usw.

Lebenslanges Lernen auf  dem Bildungscampus in Heilbronn.

Lebenslanges Lernen auf dem Bildungscampus in Heilbronn.

Das Ergebnis ist überwältigend: Weiterbildung, in welchem Feld auch immer, scheint immense positive Auswirkungen auf die Teilnehmer selbst, aber auch deren soziales Umfeld zu besitzen. Als zentrale Variablen, die sich durch Teilnahme an einem der Angebote positiv veränderten, zählten „control of my life“, „attitudes & social capital“ und „well being, work and family life“.

Das bedeutet: Teilnehmer an Weiterbildungsangeboten empfinden eine verbesserte Kontrolle über ihr Leben, indem sie ihre Selbstwirksamkeit höher einschätzen und sich mehr zutrauen, sich stärker als die treibende Kraft in ihrem Leben empfinden und mehr Sinn im Leben sehen (control). Darüber hinaus erhöht sich ihre Toleranz gegenüber ihren Mitmenschen, sie haben mehr Interesse an sozialem Engagement, sind motivierter und zuversichtlicher, was das Lernen angeht (attitudes). Außerdem haben sie ein subjektiv höheres Wohlbefinden und fühlen sich in Bezug auf ihre Arbeit und ihre Rolle in der Familie kompetenter und zuversichtlich (well-being).

Betrachtet man diese Ergebnisse, kann man nur staunen, wie restriktiv in manchen Unternehmen noch mit Weiterbildung umgegangen wird. Glücklicherweise sehen wir einen klaren Trend bei Geschäftsführern, Personalentwicklern mehr Gehör zu schenken und Budgets auszuweiten. Angesichts dieser Ergebnisse ist das auch ein klares Muss.

Besonders interessant finde ich den Aspekt der verbesserten Selbstwirksamkeit und der erhöhten Zuversicht in Bezug auf Arbeit und Familie. Schon seit einiger Zeit wird dem Selbstwert und damit sowohl der Selbstachtung als auch der Selbstwirksamkeit, erhöhte Aufmerksamkeit in der Personalentwicklungsliteratur zuteil. Es scheint, als sei das Empfinden „gut“ zu sein, etwas gut zu können und andere Dinge in der Zukunft gut zu können, ein besonders wichtiger Schlüssel zu beruflichem Erfolg und langfristiger Zufriedenheit. Und das fördert Weiterbildung ganz offensichtlich erheblich.

Doch hat mich bei der Durchsicht der Studie auch ein leiser Zweifel beschlichen, den wir in der Forschung „self-selection bias“ nennen: Was, wenn sowieso nur selbstbewusste, aktive, sozial engagierte und lernbegierige Menschen an offenen Weiterbildungsprogrammen teilnehmen? Dann werden die dadurch noch ein Stückchen besser – aber was ist mit denen, die es vielleicht noch nötiger hätten, ihre Motivation, Zuversicht und Selbstwirksamkeit zu stärken? Diese Frage lässt die Studie leider unbeantwortet. Ich stelle mir dabei Menschen vor, für die Schule und Ausbildung ein Graus waren und für die das „Schulbank-drücken“ eine Horrorvorstellung ist. Und wenn Bildung und Lernen eine schlimme Vorstellung sind, ist es oft nicht weit her mit dem Selbstbewusstsein, was doch für Erfolg und Zufriedenheit so eine ausschlaggebende Größe sein soll. Bleibt also die große Aufgabe, wie man Menschen mit schlechten Bildungserfahrungen für Weiterbildung und lebenslanges Lernen begeistern kann, um sie von den besagten positiven Auswirkungen zu überzeugen und daran teilhaben zu lassen.

Fest steht in meinen Augen: Weiterbildung wird noch immer bezüglich der riesengroßen positiven Auswirkungen für Individuen und Organisationen schwer unterschätzt. Unsere Studie zu Bindung, Humankapital und Arbeitgeberattraktivität trägt zu offeneren Ohren auf Unternehmensseite bei. Die BeLL Studie müssten lernwillige Arbeitnehmer ihren Chefs vorlegen. So können alle profitieren.

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18 Loch oder Back to Basics?

Die Frage stellte ich mir kurz vor dem 1. GGS Alumnivereins-Golftag, der auf der Anlage der Golfoase Pfullinger Hof in Schwaigern stattfand. Mit Platzreife und einem Handicap von 36 (welches ich mir im Jahr 2002 erspielt hatte, also schon ein Weilchen her…) entschied ich mich für das „Schnupper-Programm“ und gegen die Runde mit den 3 erfahrenen Herren Philipp, Michael und Ralph, die pünktlich um 13.30 Uhr den ersten von 18 Abschlägen machten. Zusammen mit den anderen 14 Teilnehmern ging es nach dem Willkommensgruß der Golfoase mit Sekt und Quarkbällchen auf zur Driving Range mit Pro (Golftrainer) Dominik. Nach einer kurzen Erklärung der Schläger durften wir selbst abschlagen, um uns auf den ersten Wettbewerb „Longest Drive“ vorzubereiten.

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Den 2. Platz hinter Gustl hatte ich fest eingeplant, aber Alberto und Frank machten mir mit italienischer Raffinesse und einem Eishockey-Schwung einen Strich durch die Rechnung. Doch ganz Sportsmann verzichtete Gustl auf seinen 1. Platz. Anschließend ging es aufs Putting Green, wo ich die zweite Chance witterte – und zwar auf den ersten Platz. Dieses Mal kam mir aber Kerstin dazwischen, die aufgrund ihrer langjährigen Minigolf-Erfahrung als Mutter zweier Töchter mit 16 Putts bei 9 Löchern unangefochten den Sieg einfahren konnte. Na gut, dann greife ich eben beim 9-Loch-Wettbewerb an. Wegen des einsetzenden und teilweise recht starken Regens habe ich nur 7 Loch gespielt, aber davon 4 Loch Par gespielt – Wahnsinn!

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Total glücklich, ein wenig nass und sehr hungrig wurden wir dann im Clubhaus zum Barbecue begrüßt. Bei leckerem Essen und sehr gutem südafrikanischen Weißwein ging der Tag für mich sehr erfolgreich und entspannt mit guten Gesprächen zu Ende. Ach ja: Ich war doch sehr froh, dass ich die 3 Männer mit ca. 5:30 Stunden Rundenzeit und Regenunterbrechungen alleine gelassen habe.

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I have no steering wheel!

Da die Vorlesungen an der GGS mittlerweile doch ein wenig zurückliegen und ich beruflich aufgrund meines erweiterten Verantwortungsbereichs immer mehr Verhandlungen mit Kunden, aber auch intern führe, habe ich mich dazu entschlossen, das Modul “Business Negotiations & Conflict Management” zu besuchen.

Zusammen mit dem MBA12Leadership und sechs mehr oder weniger frischen Alumni ging’s Freitag nachmittags in gewohnter Manier mit einer Vorstellungsrunde bei Russell Korobkin los, um gleich zum wesentlichen Teil zu kommen: Am Samstag nach der Vorlesung möchte er uns alle gern auf ein Bierchen einladen, damit wir uns besser kennenlernen können – ein sehr motivierender Auftakt. Mit vielen Simulationen, die mit der Vorstellung von Verhandlungstechniken und -taktiken gemischt wurden, verging das Wochenende wie im Flug. Alle fünf Themen – Festlegen des Verhandlungsbereichs, Neugestaltung der Verhandlung, Überzeugung, Power und Fairness Normen – wurden mit jeweils einer Verhandlungssituation mit wechselnden Verhandlungspartnern durchgespielt, wobei mir persönlich die Power-Verhandlung am meisten Spaß gemacht hat.

Meeting

Obwohl ich mich zwei Verhandlungspartnern gegenüber sah, gelang es mir, den Preis für ein handsigniertes Beatles-Album weit nach oben zu schrauben. Zu meiner Überraschung gelang es aber zwei Kommilitonen, einen noch höheren Preis zu erzielen. Wahrscheinlich arbeiteten die beiden mit der „I have no steering wheel“-Taktik: Wenn zwei Autos aufeinander zufahren und derjenige verliert, der zuerst zur Seite lenkt, kann man als einer der beiden Autofahrer einfach das Lenkrad aus dem Fenster werfen und somit die Entscheidung über Leben und Tod, Verhandlungserfolg oder -misserfolg der anderen Partei überlassen. Falls ihr euch also demnächst jemandem gegenüberseht, der darauf verweist, keine Entscheidungskompetenz zu haben, bleibt hartnäckig, fragt nach dem Spielraum und ggf. nach der Person, die über diesen Rahmen entscheiden kann.

Jede Menge nützliche Tipps und Strategien für künftige Verhandlungen, aber auch das Bewusstsein dafür zu schaffen, wie Verhandlungen eigentlich ablaufen, haben das Wochenende für mich echt wertvoll gemacht. Und das Bierchen mit einigen persönlichen Anekdoten im Lehner’s war natürlich ein toller Abschluss – Prost!

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Farbe marsch!

Zum 1. Campuslauf der Heilbronner Hochschulen machten wir 18 GGS-Leute uns nach dem Fotoshooting auf dem Bildungscampus auf den Weg zur Theresienwiese. Sonnenschein, ca. 24 Grad, blauer Himmel und eine schöne Route am Neckar entlang – perfekt für einen 5km-Lauf mit so einigen Überraschungen.

Mit blauer Sonnenbrille, weißen GGS-Shirts und jede Menge Spass ging’s um 19 Uhr am Frankenstadion mit DJ-Musik los. Nach 1km an der Gartenlaube erwartete uns die erste gelbe Farbstation, bevor wir zur zweiten blauen Station kamen. Einige Fußgänger haben uns danach nur noch als Mitglieder der Blue Man Group identifiziert und einige Rentner quittierten den Lauf von Chris Stehr mit den Worten: „Endlich auch mal ältere Leute!“

Mit breitem Grinsen trafen wir bei der pinken Station ein mit Schlager-Musik, bevor wir an der vierten, letzten und grünen Farbstation ankamen. Hier spielte DJ QuEsD, der immer bei der Riverboatparty und der GGS Party auf Burg Stettenfels auflegt, und ich hielt für einen kurzen Plausch an und auch, um mir die grüne Farbe aus dem Gesicht zu wischen. Nach 200m war es geschafft – Zieleinlauf, komplett eingefärbt in pink, blau, grün und gelb. Die After-Run-Party auf der Theresienwiese war mindestens genauso bunt und noch lauter – ein lustig-bunter Tag!

Campuslauf

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MBA und LLM – das passt zusammen?!

Diese Frage stellte ich mir ernsthaft, als ich von zwei LLM’lern in der gesunden Pause zum gemeinsamen Abendessen mit zwei LLM-Kursen eingeladen wurde. Und mal ehrlich, haben wir uns nicht alle während der Vorlesungen an der GGS mindestens einmal gefragt: wie sind diese LLM-/MBA-Leute eigentlich so drauf? Ich habe versucht, mir fürs erste Abendessen noch weibliche MBA-Unterstützung zu holen, aber das hat leider nicht geklappt. Ich war also ganz auf mich alleine gestellt – alleine unter LLM’lern.

An diesem Abend erfuhr ich nicht nur viele spannende Vorurteile über die sogenannten „Alpha-Tierchen“, wie MBA’ler auch scherzhaft genannt werden, sondern entdeckte auch viele Gemeinsamkeiten zu meinen MBA-Kollegen. Doch eines Tages kam es zum Ultra-Härtetest: die LLM-Vereinigung lud zum großen Geburtstag mit ca. 50 Personen, davon 40 mit LLM-Hintergrund. Bewaffnet mit Salaten und alkoholischen Getränken machte ich mich mit meiner einzigen MBA-Begleitung auf den Weg in die Hölle der LLM-Unterwelt. Bei der Ankunft sah aber alles ganz einladend aus, wie ihr auf dem Bild unten sehen könnt.

Ein freundliches, großes Haus mit jeder Menge GGS Werbung erwartete uns und drin war die Party bereits in vollem Gange. Wir sitzen ja alle im gleichen Boot, haben mit denselben Problemen zu kämpfen, haben ähnliche Erfolgserlebnisse während der Module oder der Aufarbeitung der Unterlagen zuhause, können uns über die Doppelbelastung austauschen und unser Netzwerk erweitern. Dabei spielt es keine Rolle, für welchen Studiengang ich mich entschieden habe. Das Fazit der mittlerweile unzähligen „cross-cultural“ Begegnungen mit den Juristen ist also nur positiv: MBA und LLM an der GGS passen schon ganz gut zusammen – das haben wir beim Campuslauf unter Beweis gestellt! Dazu mehr in meinem nächsten Blog-Eintrag.

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Weiterbildung – ich hab da mal so ein Modell gemacht…

Es begab sich so: Meine Mutter hat kurz vor ihrer Pensionierung eine SAP-Einführung mitgemacht. Was heißt mitgemacht – durchgemacht! Und unsere ganze Familie hat mitgemacht. Sie arbeitet seit 30 Jahren in der Buchhaltung eines amerikanischen Medizintechnik-Unternehmens, spricht gut Englisch, arbeitet seit den frühen 70ern mit dem PC und ist für 64 echt jung geblieben. Was ihr allerdings echt zu schaffen machte: diese SAP-Einführung. Alles komplett neu, neue Prozesse, ganz andere Oberfläche… Kein gutes Manual und ihre junge Kollegin als „Superuser“, die sie für Fragen adressieren konnte. Und immer das Gefühl, dass es in den Schulungen zu schnell ging.

Da es in deutschen Unternehmen etliche dieser Fälle gibt, aber keiner so gern darüber sprechen mag, habe ich mich theoretisch, und dann auch empirisch näher damit befasst.

Da sind auf der einen Seite die „jungen Wilden“ (also auch ich ;)). Der Begriff der Generation Y wurde nicht nur gewählt, um deutlich zu machen, dass dies diejenige Generation  ist, die nach der „Generation X“ geboren wurde. Englisch ausgesprochen bezieht sich das Y auf das „Why“, die Sinnsuche, die für diese Generation der nach 1980 geborenen charakteristisch ist. Es ist eine Generation, die gut ausgebildet ist, keine Not und keine Kriege kennt und im Überfluss lebt. Aufgewachsen in Käufermärkten ist Konsum und Emotionalität für uns selbstverständlich. Wir sind flache Hierarchien gewohnt und erwarten diese im Unternehmen. Mit emotionaler Ansprache im Elternhaus wie in der Werbung aufgewachsen, erwarten wir diese auch im Unternehmen. Hinzu kommt, dass wir als „digital natives“ gelten und damit Internet, Smartphones und Apps für uns so selbstverständlich sind wie es der VW Käfer und der Münzfernsprecher für unsere Eltern waren. Wir leben im Bewusstsein praktisch unbegrenzter Möglichkeiten und erwarten diese auch von unseren Arbeitgebern.

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Den Gegenpol zur jungen Generation Y stellt die Generation der „Silver Surfer“ (auch genannt Baby Boomer)  dar – unsere Eltern. Der Begriff bezieht sich auf die Generation 50plus, die als eher argwöhnisch gegenüber technischen Neuerungen und dem Internet gilt (obwohl meine Mutter eine ausgewiesen Amazon-Shopperin ist!). Laut einer Studie der European Interactive Advertising Association gehen nur 24% der Silver Surfer regelmäßig online. Zudem schleichen sich ab Mitte 50 die ersten Wehwechen ein, weswegen diese Gruppe statistisch gesehen den höchsten Krankenstand aufweist.

Haben beide Gruppen auch deutlich unterschiedliche Wertestrukturen, stellen sie die gleiche Anforderung an das Personalmanagement: Sie möchten ihr Potenzial voll entfalten und in den Dienst des Unternehmens stellen, wenn auch womöglich auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Dies wird insbesondere beim Thema IT immer wieder offensichtlich. Die Jüngeren haben neue Programme schnell verstanden, während Ältere noch auf der Tastatur herumsuchen. Darauf müssen Unternehmen Rücksicht nehmen. Und Jüngeren beispielsweise intensivere IT-Schulungen mit mehr Hintergrundwissen gönnen, während die Älteren einfach etwas mehr Zeit brauchen, bis sie neue Programme können und verinnerlicht haben.

Ein kluger Kollege warf daraufhin ein, ob man so nicht Unterschiede zementiere und die Kluft möglicherweise vergrößere. Ich sehe das noch ambivalent, da ich glaube, dass sich meine Mutter mit ein paar weiteren Ü50ern in der Gruppe wohler gefühlt hätte als mit den Youngsters. Andererseits kann es dann auch schnell heißen, dass es eine „Rentnertruppe“ gibt, die langsamer im Denken sei.

Ich freue mich auf Eure Meinungen hierzu.

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„Because I’m happy….

…clap along if you feel like happiness is the truth.” Seit ich meine Master Thesis abgegeben habe, ist dieses Lied meine Hymne geworden. Von vorne: am 30.11.2013 war es soweit. Das Proposal musste fertig sein und ich war es auch irgendwie, weil ich bereits seit August an meinem Thema feilte. Doch die Arbeit an der Master Thesis ging doch gerade erst so richtig los. Ich fühlte mich wie David vor Goliath und es kam mir alles viel größer vor als ein „langes Assignment“, wie die Master Thesis meinem Kurs und mir vorher immer beschrieben wurde. Doch Jammern hilft ja bekanntlich nicht, also setzte ich mir das Ziel, im Januar fertig zu werden, obwohl der reguläre Abgabetermin der 31.03.2014 war. So entstand etwas Druck, die Thesis zügig abzuschließen, aber trotzdem hatte ich ein bequemes Zeitpolster.

Die Angst vor dem unüberwindbaren und trockenen Literaturteil entpuppte sich mit der richtigen Literatur sogar als spannend und äußerst hilfreich für die Behandlung meines Themas in der Unternehmenspraxis. So konnte ich ab Ende Dezember dann an der Erstellung meiner Fragebögen arbeiten für die qualitativen Interviews und diese im Februar mit einiger zeitlicher Verzögerung wegen Skifahrens abschließen (ja, solche Entspannungsphasen müssen sein). Jetzt ging die Thesis „nur“ noch an vier Korrekturleser und dann war’s das – dachte ich. Doch Anmerkungen wie „Versteh ich nicht.“, „Genauer erklären bitte.“, „Dieser Teil ist unübersichtlich.“, „Eine Grafik würde zum Verständnis beitragen.“ etc. brachten mich nochmal ins Schwitzen.

Als der Endspurt dann geschafft war, holte ich die fertig gebundene Masterarbeit mit zitternden Händen ab – bloß nicht mehr reinschauen und keine Flecken draufmachen – und fuhr direkt an die GGS. Wohlwissend habe ich mir für die „Zeit danach“ schon eine To-Do-Liste gemacht, damit ja keine Langeweile aufkommt. Und jetzt kommt’s: es gibt sooooo viel zu tun. Plötzlich habe ich mein Privatleben wieder, meine Hobbys, meine Familie, die ich wieder regelmäßig sehen und besuchen kann; Freunde, mit denen ich stundenlange Spaziergänge machen kann – und das ohne schlechtes Gewissen und die Master Thesis im Hinterkopf.

Ein Freund sagte einmal bei der Anprobe eines Talars (diese Roben, die man zur Graduierungsfeier trägt) zu mir, während ich noch an der Master Thesis schrieb: „Da musst du noch hineinwachsen.“ Das bin ich….and I clap along because I feel that happiness is the truth.

Master Thesis

 

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